Achtsamkeit

by RITA Gumpricht on 19. März 2010

Ich weiß das Datum nicht mehr!!

Bergpfad, steil, schmal, manchmal geht es rechts und links in die Tiefe. Das zwingt zur Achtsamkeit. Ich habe noch niemals zuvor so aufmerksam auf das vor meinen Füssen Liegende geschaut. Zweimal war ich in meinen Gedanken bei irgend einem unwichtigen Mist und schon rutschten mir die Füsse weg. Im Moment zu sein, ganz im Pfad, ganz in meinem Tritt, nicht hochschauen, nicht vorwärts, nicht nach hinten, wie gut das tut. Auswählen: Wohin setze ich meinen Fuß um hoch zu kommen? Wenn der nächste Tritt zu rutschig, zu Steil ist, strecken sich mir Hände entgegen. Der Manager des Balthali Resorts begleitet uns auf unseren Trecks. Er ist wie ein fürsorglicher Sohn. Mama, please, sagt er, wenn ich seine ausgestreckte Hand wieder einmal nicht sehe. Dieses Land oder unsere ganze Reise macht so viel mit mir, mit uns. Gestern waren wir mit dem Jeep auf 3000 Meter. Das war ein Abenteuer. An einem Abend saßen wir um das Feuer herum, der Chef aus KTM war da und schwärmte uns von dieser Tour vor. Mit dem Jeep, sagte er. Ganz einfach und dann wandern. Er spricht gut deutsch. Aber dann: Nicht richtig Jeep, aber vier Räder. Mindestens viermal erwähnte er das. Im Nachhinein sagt Ossi: Da hätte ich schon schalten müssen. Na, ja, der Jeep entpuppt sich als kleiner Lieferwagen mit Fahrerhaus und Ladefläche und Seitenplane. Ossi und unser Füherer hinten drauf. Dann los über die typischen Bergstraßen. O mann, o Mann, war das schön. In einem der typischen Dörfer Tee getrunken, aus der großen Schale Erbsen und Kartoffeln gegessen, kalt aber super gewürzt. Wir waren die Attraktion für die Schulkinder. Ruckzuck saßen wir in dem sowieso schon dunklen Stübchen im Finstern. Die Bude war voll mit großen Augen. Die Mutigsten kramten von irgend woher einen Rupi für ein ganz bestimmtes braunes Zeugs und manchmal holten sie sich zu dritt einen Kaugummi. Damit hatten sie sich das Recht erkauft, uns von oben bis unten zu mustern, uns tief in die Augen zu schauen mit solch einer Intensität, als wollten sie diesen Augen-Blick nie wieder vergessen. Das braune Zeugs wollte ich probieren – und ich erkannte es wieder: Selbstgemachtes Karamell hat den gleichen Geschmack. Toll – ein Blick in alte Zeiten. Den ersten Sprung in die Höhe haben wir gut geschafft.

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