Arjunas Buße

by RITA Gumpricht on 21. Februar 2010

Das Folgende ist meine persönliche Meinung. In Mamallapuram steht das gewaltige Felsrelief, das die Herabkunft der Ganga zeigt. Was das mit Busse zutun hat ist mir schleierhaft. Buße – wenn ich dieses vermurkste Wort höre, gehen mir die Haare hoch. Buße, ich weiß gar nicht ob vor der, zum Glück, nur teilweisen Christianisierung Indiens das, was mit Buße gemeint ist, überhaupt bekannt war. Buße, das beinhaltet doch, dass der Mensch schlecht ist, sogar durch und durch. Buße setzt Sünde voraus. Keine Buße, keine Vergebung. Keine Vergebung, dann Verdammnis und zwar für alle Zeiten – am liebsten würde ich jetzt sagen: So ein freudekillender Scheiß! Da lob ich doch den vom Christentum verabscheuten Gedanken der Wiedergeburt. Jeder Einzelne wird dann in die Verantwortung genommen und wird dadurch in die Stellung des Schöpfers versetzt. Jeder Einzelne wird damit in die Mündigkeit oder Volljährigkeit versetzt. Jeder Einzelne ist dann der Schöpfer seines Lebens und bestimmt mit seinem Verhalten, mit seinem Denken und seinen Handlungen den Erfolg oder Mißerfolg nicht nur diesen Lebens, sondern auch seines zukünftigen. Wer verdient eigentlich am Bußetuenden? Ja, natürlich, die Kirche, die Gemeinden. Ohne Bußetuende und Vergebungsuchende können die christlichen Gebäude zu Fischrestaurants umgebaut werden. Dann sind die alten Kraftplätze, deren Energie sich die Kirchen zunutze gemacht haben, wieder für die Freude am Leben geöffnet.

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