Arjuns Buße

by RITA Gumpricht on 21. Februar 2010

Ja, tatsächlich, so wird es im Reiseführer übersetzt. Das ist eines meiner Kotzworte. Aber darüber schreib ich mal unter AllGemeines. Ossi meint das Relief sei ungefähr sieben Meter hoch und mit den Felsschreinen fünfzig Meter breit. Das Relief ist in hervorragender Weise aus dem Felsen herausgearbeitet und stellt den Mythos der Herabkunft der Ganga (des Ganges) auf die Erde dar. Die Figuren von Menschen und Tieren sind so lebensecht, so lebendig und mit einem augenzwinkernden Humor dargestellt, das die Zeit viel zu schnell vergeht. Wir klettern in den Fe oh no, zuerst liegt noch ein Ganesh Schrein am Weg. Hin, verbeugen und schon hadder mich – wie gut, dass ich zwei Begleiter habe, die es nicht auf diese Art erwischt. Dann klettern wir in den Felsen rum. Die angedeuteten Felstritte will ich hoch (15-20 m), sozusagen als Vorübung für Nepal. Ossi kriegt manchmal einen Fön mit mir selbst Rias will mich festhalten: No Madam, it’s no good for you, be careful, Madam, be careful. Da bin ich auch schon zu dreiviertel oben, dann geht’s auf allen Vieren weiter. Unten standen Inderinnen die schon das Geschüttel beobachtet hatten und absolut nicht hoch

wollten. Ein altes, halbverfallenes Steinhaus steht hier, mit Blick aufs Meer. Steinhaus ist untertrieben, es ist aus Steinen und dicken Quadern zusammengesetzt.

Ich lehne an die Wand, da reißt’s mir fast die Füsse weg. Zitternd lehne ich mich in die Fensteröffnung – da brülllllt’s durch mich durch, wie schon lange nicht mehr. Erschöpft hocke ich da, und, die Inderinnen stehen vor mir. Sie wollen wissen, wie alt ich bin, ob ich Kinder habe und dann deuten sie das Schütteln an und sagen mit Tränen in den Augen: „Wir sind mächtig stolz auf dich, Madam.“ Ha, wie mich das freut. Sie sind stolz, dass es eine von ihnen immer mal wieder erwischt. Aus den Felsen raus und als krönenden Abschluss versuchen Brahmas Butterball oder das Ei des Brahma zu bewegen, dann weiche ich mit weichen Knien allem, was mich bewegen könnte aus. Noch über den Zaun klettern, dieweil das Gelände schon geschlossen ist, dann ab ins Hotel.

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