20.6.2010 – Buße – Wiedergeburt

by RITA Gumpricht on 20. Juni 2010

In Mamallapuram steht das gewaltige Felsrelief, das die Herabkunft der Ganga zeigt und Arjunas Buße heißt oder zeigt. Es ist, wie so vieles in Indien von großartiger Kraft und beeindruckender Schönheit. Was das Relief aber mit Buße zu tun hat ist mir schleierhaft. Buße – wenn ich dieses vermurkste Wort höre, gehen mir die Haare hoch. Buße, ich weiß gar nicht ob vor der, zum Glück, nur teilweisen Christianisierung Indiens das, was mit Buße gemeint ist, überhaupt bekannt war. Buße, das beinhaltet doch, dass der Mensch schlecht ist, sogar durch und durch. Buße setzt Sünde voraus. Keine Buße, keine Vergebung. Keine Vergebung, dann Verdammnis und zwar für alle Zeiten – am liebsten würde ich jetzt sagen: So ein freudekillender Scheiß!

Da lob ich doch den vom Christentum verabscheuten Gedanken der Wiedergeburt.

Mein nächstes Leben bestimmen, meine Wiedergeburt? Durch mein jetziges Denken und Handeln? Dann werde ich selbst in die Verantwortung genommen und werde gerade dadurch in die Stellung des Schöpfers versetzt.

Jeder Einzelne wird damit in die Mündigkeit oder Volljährigkeit versetzt. Jeder Einzelne ist dann der Schöpfer seines Lebens und bestimmt mit seinem Verhalten, mit seinem Denken und seinen Handlungen den Erfolg oder Misserfolg nicht nur diesen Lebens, sondern auch seines zukünftigen.

Wer verdient eigentlich am Bußetuenden? Ja, natürlich, die Kirche, die „Gemein“den. Holla, was für ein Wort: Gemein!

Ohne Bußetuende und Vergebungsuchende können die christlichen Gebäude zu Fischrestaurants umgebaut werden. Dann sind die alten Kraftplätze, deren Energie sich die Kirchen zunutze gemacht haben, wieder für die Freude am Leben geöffnet.

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