Denkmal der Liebe

by RITA Gumpricht on 7. März 2010

Ein Monument der einzigen großen Liebe, ein Gedicht aus weißem Marmor. Es wird gesagt, dass es die Liebe selbst sei, die hier in Marmor unsterblich gemacht sei. Als sich der Blick auf das Bauwerk öffnete stieg ein Gefühl aus meinem Herzen hoch, wurde ich berührt, so tief, so wehmütig auch, wie ich es noch nie erlebt hatte. Die Wege, das Wasserbecken, die Türme, alles ist in einer perfekt harmonischen Symmetrie erbaut. Die Königin Mumtaz Mahal starb mit neunundzwanzig Jahren bei der letzten Geburt nachdem sie dem Shah 14 Kinder geboren hatte. Vor ihrem Tod erbat sie sich von ihrem Mann, dass er über ihrem Leib ein Grabmal bauen möchte, das Zeuge ihrer großen Liebe sei. Nach dreihundert Jahren berührt diese in weißen Marmor gehauene und mit 35 verschiedenen Arten von Edelsteinen geschmückte Liebe, jeden der sich ihr nähert. Das Denkmal der Liebe ist so ausgerichtet, dass der König es von seinem Palast aus immer sehen konnte. Er hatte geplant, für sich selbst ein Mausoleum aus schwarzem Marmor als Gegenstück auf der anderen Seite des heiligen Yamuna Flusses errichten zu lassen. Es kam nicht mehr dazu. Einer seiner Söhne, die seine große Liebe ihm geschenkt hatte, nahm ihn bis zu seinem Tod gefangen. Acht Jahre lebte er im Palast als Gefangener mit dem Blick auf seine Liebe. Sie war übrigens eine von drei Hauptfrauen, aber die einzige, die ihm Kinder geboren hatte – so erzählte uns der Führer. Der Mogul, der ein begabter Architekt, Künstler und Erbauer war, blieb, da er neben seiner Frau beigesetzt wurde, ohne eigenes Grabmal, fast eine Schande für einen Mann seines Standes. Wie das Schicksal so spielt: Er selbst ließ zwei oder drei seiner Brüder ermorden und einen gefangensetzen um an die Macht zu kommen.

Anschließend waren wir im Gems Art Museum. Der Besitzer legte mir die Nachahmung einer Kette der Mumtaz Mahal, der geliebten Königin, der Frau, für die das schönste Bauwerk der Erde geschaffen wurde, um. Zartblauer Aquamarin – ein Traum und so passend für meine Augen und relativ günstig: fünftausend Euro. Leider hatte ich die gerade nicht in meiner Geldbörse. Vielleicht das nächste Mal.

www.gemsartindia.com

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