Immer noch Kanton

by RITA Gumpricht on 3. Februar 2012

Guangzhou, was ist das für eine Stadt! Würde mir jemand sagen, das wäre Chicago, ich würde es glauben. Wolkenkratzer, leuchtend in Glas, in Metall, bunt, einfarbig, Leuchtwände, 20-30 Meter lang. Vierspurige Stadtstraßen in jeder Richtung, gesäumt von großen grünen Bäumen, üppige Blumen Arrangements, Autos – die neuesten Limousinen und Allrad Modelle von Mercedes + Audi, die in Deutschland noch gar nicht zusehen sind.
Ein Warenangebot von dem jede Frau und auch jeder Mann nur träumen kann. Von den Speisen ganz zu schweigen. Ich weiß nicht, wo ich solch eine Fülle, solch ein Angebot erwarten würde – China übertrifft wirklich alles, was ich bis jetzt gesehen habe.
Und die Tempel! Es bewegt mich zutiefst, welche Energie in ihnen schwingt und das mitten in der GROSSstadt. Gestern waren wir unter anderem in einem Tempel, der 1890 von den Geldern der Familie Chen zur Ahnenverehrung mit angeschlossener Schule gebaut wurde. Die feinen Steinreliefs der Außenwände, die Dachfirste verziert mit bunten Reliefs mit Motiven aus Geschichte und Oper, die Räume, die Innenhöfe … die bauliche Schönheit dieser Anwesen um die herum das Großstadtleben tobt. Sie sind friedliche, gepflegte, Herz berührende Schönheiten, Erholungsstätten, wie Inseln liegen sie inmitten des wogenden Meeres. Die Holzschnitzereien, die Lack-und Einlegearbeiten, die Goldverzierungen, die Jade- und Elfenbeinschnitzereien … fein und lebensecht bis ins kleinste Detail, ich habe höchste Achtung vor dieser Jahrtausende alten Kultur. Da ist ein Schönheitssinn der alles durchwebt und durchflutet und mein Herz ganz tief berührt.
Spaziergang  zum Baiyun Mountain oder besser: wir wurden mit dem Elektroauto
zum Restaurant am See hochgefahren. Bambus in den verschiedensten Arten und Anpflanzungen, Blumen, die Wege zwischen den alten Bäumen – das alles sind unaufdringliche Kunstwerke, die dem Herzen und der Seele wohl tuen. Der Spaziergang nach dem üppigen Lunch zum Parkplatz hinunter ließ unsere Geschmacksnerven wieder aufblühen. So landeten wir bei Häagen-Dazs zum Eisfondue – es war mehr als köstlich – wir dachten, das muss in China einfach mal sein!
Jetzt sind wir wieder in „The Garden Hotel“. In der Marmorhalle mit der ca. 30-40 Meter breiten und ungefähr 15 Meter hohen schwarzgoldenen Rückwand hinter dem Empfang, auf der Szenen aus dem Leben der alten Zeit dargestellt sind, der rosa blühende Kirsch?baum, hoch und ausladend, geschmückt mit roten Glücksbriefchen zum Neujahrsfest, alles ist geschmackvoll-einladend-wunderschön, unterlegt von dem sanften Plätschern des 20 Meter hohen Gartenwasserfalls hinter den Glaswänden. Morgen gehts ca. 1000 km in den Nordosten.
Bye-bye, Guangzhou und: Ja, ich liebe China – Wo ai zhong Guo

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