Komfortreise

by RITA Gumpricht on 7. April 2010

Ja, ich reise sehr komfortabel. Ich brauche nur mich selbst und die zwei Wanderstöcke tragen. Das ist schon sehr begünstigt, sehr privilegiert. Wir haben in Pokhara noch einen zweiten Träger bestellt. Er und Santosh sind immer in meiner Nähe. Dawa Sherpa ist ein sehr aufmerksamer Bursche. Wenn die Sonne über die Gipfel steigt, wird es sehr schnell heiß, dann pelle ich mich Stück für Stück aus meinen Umhüllungen heraus. Das Zwiebelprinzip ist morgens einfach angesagt. Gegen 11 Uhr lege ich nasse tücher um meine Hut. Schnell sind sie trocken und einer von beiden nimmt sie mir ab und halten sie unter die nächste Quelle. Mam, geht es dir gut?, das ist die Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Wenn ich denke, ich müsste meinen Rucksack selbst tragen … Mann o Mann. Lieber nicht dran denken. Dawa ist 22 Jahre alt. Betreten wir ein Restaurant oder abends das Hotel, dann verschwindet er in der Küche und macht sich nützlich. Er sieht unser leeres Geschirr und trägt es sofort weg. Er bringt den Tee für Ossi und mich, für Santosh und Lakpa und geht dann, um sich selbst Tee zu holen. Er ist ein sanfter, zierlicher Bursche. Mit 17 Jahren wurde er Träger, eine alte Sherpa-Tradition. Er arbeitet daran ein Führer zu werden und Santosh unterstützt ihn in seinem Wunsch. Überhaupt ist es rührend zu sehen, wie die drei mit einander umgehen. Sie lachen und scherzen miteinander. Sie singen auf dem Weg. Dawa hat eine hohe klare Stimme und Lakpa? Rau und tief. Wenn sie zusammenklingen, einfach cool. Lakpa ist 19 oder 20. Seine Eltern starben, als er ungefähr 15 war. Er lebt in KTM bei seinen Brüdern. Dawa kommt oft und sucht ein Gespräch. Zwei Tage nach der Muktinath-Geschichte kam er zu mir. Mam, immer wenn du auf dem Weg gesagt hast: Yes, I am ok, dann gab mir das neue Energie. Ich danke dir dafür – aber, es ist zu gefährlich. Du musst auf deinen Körper hören. So werde ich rührend umsorgt.

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