Was für ein Tag!!

by RITA Gumpricht on 13. März 2010

Heute morgen kurz vor sechs Uhr – Sonnenaufgang – so rot, so glühend. Noch einmal ins Bett, dann Frühstück, dann Zimmer räumen, dann sind wir langsam, langsam losgezogen zur Bergspitze. Ich werde noch nachfragen auf welcher Höhe das Farmhouse liegt. Eineinviertel Stunde waren wir unterwegs. Ganz oben haben wir auf einer Hotelterrasse Tee getrunken. Über uns kreisten mindestens zehn Adler. Langsam im Aufwind, elegant, schwerelos und so schön. Sie kamen sehr nah, als wollten sie uns ihre ganze Schönheit zeigen. Sie schrieen in verschiedenen Tonarten, nach dem typischen Adlerschrei trällerten sie. In einer Höhe von 2100 Metern sitzend, Tee trinken, die Bergkiefern sehen und riechen und dann noch die Privataufführung der Adler – welch ein Geschenk. Beglückt gehen wir zurück. Peter aus Vancouver ist unser Nachbar. Er lebt und arbeitet seit Jahren in KTM und verbringt das Wochenende hier und in dem Zimmer, in dem wir bis heute morgen waren. Er hat unterhalb ein Grundstück gekauft und wird sich hier ein Haus bauen. Er lädt uns ein, eine Tour von ca. zwei Stunden mit ihm zu machen und das Grundstück anzuschauen. Ja klar, gern. Wir ziehen los und sind sehr schnell im Dschungel. Nur er geht diesen Pfad – und Wildschweine, ungefähr 100 kg schwer, sehr wild und gefährlich – und Leoparden. Wenn wir vor Sonnenaufgang diesen Pfad gehen und ganz ruhig sind, können wir sie sehen. Ich stelle sie mir lieber in meinen Gedanken vor und hoffe, dass es Ossi genau so geht. Dann sind wir auf seinem Land. Von der gegenüberliegenden Seite leuchten die Terrassen herüber, unten schäumt ein kleiner Fluss. Über den Bergen erheben sich Berge, erheben sich die nächsten Berge, die nächsten und dann? Die Schneeriesen. Welch ein Blick. Welch ein Grundstück. Rechts Dschungel, links Dschungel. Klares eigenes Wasser und Bäume, Bäume. Peter’s Freude ist es, die Natur zu schützen. So pflanzt er zu dem Bestand alter Bäume neue dazu. Japanisch-nepalesischen Ahorn, japanische Kirsche, Mandelbäume, Kiefern, wunderbar blühende Bäume deren Blüten und Fruchtstände von Singvögeln geliebt werden. Er zeigt uns die extra angelegte Wasserstelle, die von den Wildtieren angenommen wurde. Dicke Leoparden- und Wildschweinfährten zeugen von regelmäßigem Besuch. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen der so happy ist, der sich so sehr über jeden Baum, jeden Vogel, jede Tierfährte freut. Nicht übertrieben, sondern tief aus dem Herzen heraus. Er zeigt uns den Platz, an dem das Haus stehen wird, das Schwimmbecken, die Sauna. Außen ist alles in traditioneller Bauweise geplant und innen modern europäisch. Wir erkunden das Grundstück, schauen hier, schauen da, erleben seine Freude wieder hier zu sein und erfahren, dass er vor drei Tagen von Bangkok aus dem Krankenhaus zurück kam. Er war dort einige Wochen wegen des Verdachtes auf Leukämie. Alles in Ordnung, der Verdacht hat sich nicht bestätigt. Eine Weile spüre ich schon die Conch in mir rumoren. Der rechte Platz fehlt nur. Dann ist er da. Ich versuche ein wenig zu erklären, was das in mir ist und frage, ob es erlaubt sei, sie zum Segen des Landes loszulassen. Natürlich. Ossi kann gerade noch meine Brille in Sicherheit bringen, dann geht ES los. Anschließend erzählt er uns, dass vor achtzehn Monaten das Grundstück eingeweiht wurde. Zehn Priester hatte er bestellt, die an genau dieser Stelle die Conch zum Segen des Landes geblasen haben. Peter ist hoch erfreut und ich auch. So kann es gehen. Zum Dinner treffen wir uns wieder. Und immer noch ist er voll von dem Erleben der Conch. Das gibt es alle Billionen Jahre nur einmal, sagt er. Als du anfingest von der Conch zu erzählen, dachte ich, sie steht auf dem Platz der Priester, redet von der Conch, wie kann das sein? Und dann hörte ich die Conch auch noch aus dir heraus. Das ist ein Wunder. Ja, so kann’s geh’n. Übrigens – er ist hier seit Jahren in der Kinderarbeit tätig und unterhält zwei Schulen. Überraschung: Morgen machen wir einen fünf Stunden Treck. Den Führer hat der Peter für uns besorgt und alles mit ihm abgesprochen. So einfach kann das Leben sein, wenn du nicht an Gestern und nicht an Morgen denkst.

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